Komplementäre und anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin baut ganzheitlich auf der Schulmedizin auf und arbeitet mit ihr zusammen. Sie nutzt moderne Diagnosemethoden und Therapien und ergänzt sie mit Arzneimittel, künstlerischen Therapien, Gesprächstherapien sowie physikalischen Massnahmen. Sie aktiviert die Selbstheilungskräfte des Menschen und leitet ihn dazu an, eigenverantwortlich mit seiner Gesundheit umzugehen. In diesem Sinne ist anthroposophische Medizin eine salutogenetische Methode, also eine Therapierichtung, der es um das Gesundwerden und Gesundbleiben geht und nicht allein um das Beseitigen von Krankheiten oder deren Symptomen. Die anthroposophische Medizin wird nur von ausgebildeten Ärzten ausgeübt.

Zur Diagnose und vor allem zur Festlegung einer, in den meisten Fällen ganz individuellen Therapie, werden neben den modernen Diagnosemethoden auch in vermehrtem Masse Aspekte von verschiedenen Kraftfeldern, oder auch hier Ebenen genannt, hinzugezogen.

Die körperliche, stoffliche Ebene setzt sich, wie wir alle wissen, durch die verschiedenen Organsysteme, wie der Leber, Lunge, Herz, Nieren, Muskulatur, Knochensystem usw. zusammen, und kann durch Mithilfe von Tastbefunden durch den Arzt, durch Laboranalysen, Ultraschall, Computertomographien usw. untersucht und abgebildet werden. Diese Untersuchungsergebnisse sind äusserst wichtig, aber in den meisten Fällen nur eine Momentaufnahme. Diese Untersuchungsergebnisse helfen bei funktionellen Beschwerden, die oft noch kein sichtbares körperliches Korrelat haben, nicht weiter.

Die dynamische oder funktionelle Ebene, auch Lebensleib genannt, entzieht sich der Darstellung der meisten technischen Untersuchungsmethoden. Die Ausgestaltung des Körpers mit seinen diversen Organen wird durch diese Ebene gesteuert.  Viele der funktionellen Beschwerden haben ihren Ursprung in dieser funktionellen Ebene. Diese Kraftebene kann zum Beispiel an der Heilung einer Schnittwunde dargestellt werden. Nach der Heilung bleibt ausser einer kleineren oder grösseren Narbe nichts Sichtbares übrig. In dieser Ebene kommt auch teilweise unser Unwohl-, oder hoffentlich vermehrt, unser Wohlsein zustande.

Die Empfindungs- oder Seelenebene  Diese seelisch-leibliche Ebene finden wir besonders in der Gestaltung der endokrinen Organe und im Immunsystem. Es ist bedeutsam, dass hier mit ausserordentlich feinen Stoffmengen größte Effekte erzielt werden. Die Messgrösse beispielsweise des Hormons Insulin liegt im Nanogrammbereich, d.h. Milliardstelgramm, eine sinnlich nicht vorstellbare winzige Menge, die dennoch mit modernsten Messmethoden objektiv nachweisbar ist. Und von welch wesentlicher Bedeutung ist Insulin für den menschlichen Organismus! Ähnliches gilt auch für andere Hormone, die in millionstel bis billionstel Gramm im Körper wirken (entspricht im potenzierten Heilmittel D6-D12). Im Immunsystem finden wir die gleichen feinstofflichen Wirkungen, z. B. von Immunmodulatoren, wie den Zytokinen. Auch die Immunzellen selbst (Lymphozyten, Plasmazellen) müssen wir uns als einzelne Zelle mikroskopisch klein denken. Aus dieser Leibesebene stammen alle Körper-Regulationen, sie ist der funktionalen Ebene übergeordnet. Erlebbar wird sie in unseren Stimmungen oder der Gestimmtheit. Aus der neuen Forschung ist auch bekannt, dass länger dauernde, starke Verstimmtheit durchaus mit verminderter Immunabwehr einhergehen kann.